Planung und Storyboard

Ich hatte schon einige Mitwirkende für meinen Film gefunden, erste Interviews gemacht, Rohschnitte von einzelnen Szenen gestaltet - nun brauchte ich einen grösseren Überblick: Wohin würde mich der Film führen? Wie wollte ich ihn aufbauen? Chronologisch, assoziativ, chaotisch? Ein Dokumentarfilm ist einerseits planbar, andererseits nicht. Vieles kann zum Voraus bestimmt werden: Wo möchte ich filmen, wen will ich interviewen, was werden die Schauplätze sein, welche Akzente setze ich, was lasse ich weg? Doch wo Menschen beteiligt sind, agieren und reagieren diese nach ihren eigenen Regeln. Jemand erzählt mir beim Erstgespräch eine wunderbare Anekdote, einen treffenden, witzigen oder berührenden Satz, ich wünsche mir, er oder sie würde diese vor laufender Kamera wiederholen, doch leider passiert das nicht? Soll ich nachhaken, pushen oder das Ganze sausen lassen? Ach, ein paar Mal ist mir das passiert und ich trauere den Aussagen jetzt noch nach. Aber weg sind sie... Anfang Herbst nun folgte ein Phase der Planung, in der ich farbige Karteikärtchen zusammenstellte, bereits erfolgte und kommende Dreharbeiten so kombinierte, dass der Film nicht nur Bilder zeigt, sondern eine Geschichte erzählt.