Dreharbeiten: Die Autorin im Wald

Eine Autorin in meinem Film zu haben, ja, das wollte ich unbedingt. Doch wie fand ich die? Ich googelte "dark", "schwarz", "Gothic" und "Schriftstellerin", doch irgendwie wurde ich nicht fündig. Dann half mir Markus "Mäke" Kappeler, der Betreiber des X-tra Clubs in Zürich, indem er mir von Patricia Scheurer erzählte. Ich nahm Kontakt mit ihr auf, erfuhr von ihrem Manuskript "Schwarzes Erbe", fragte, wie sie beim Schreiben vorgehe: mit Plan? Aus dem "Bauch heraus"? Autobiografisch oder fiktiv? Ob sie eine Message habe oder unterhalten wolle? Oder beides? Vieles kannte ich von meiner eigenen Schriftstellerei her, einiges tat Patricia aber ganz anders. Erneut hatte ich eine Protagonistin gefunden, eine, mit der ich mir gut verstand und mit der ich mich aufgrund unserer Tätigkeiten verbunden fühlte.
Bei den geplanten Dreharbeiten im Wald, wo Patricia Scheurer jeweils Ideen für ihre Geschichte findet, konnte ich wegen Krankheit nicht dabei sein. So ging Bea allein los, in der Tasche das Storyboard mit den gewünschten Bildern: Der Aufstieg den Waldweg hinauf, die Ruine, Patricia beim Sammeln von Holz, beim Entfachen des Feuers, beim Notizen machen. Hin und wieder schickte mir Bea eine MMS, so dass ich, obwohl zu Hause, Anteil an den Dreharbeiten nehmen konnte. Bei den Aufnahmen in Patricias Schreibzimmer war ich hingegen anwesend. Die Autorin tippte ihre handschriftlichen Texte ab, nachts, bei Kerzenschein, so wie sie es immer tut. Für einige der Bilder waren akrobatische Einlagen nötig, andere waren gemütlich vom Stuhl aus möglich. Ein vertrautes Gefühl, einer Autorin über die Schulter zu schauen! Und selbstverständlich habe ich den Roman "Schwarzes Erbe" gelesen, in dem es um einen okkulten Zirkel im Mittelalter geht, um die heutige Gothic-Szene, um Liebe, Verrat, Betrug und Leidenschaft. Und der nach einer Fortsetzung schreit.