Dreharbeiten: Strasseninterviews

Ich hab's versucht, wirklich, ich hab mir alle Mühe gegeben. Ich wollte wissen, was "die Leute von der Strasse" über die Gothic-Szene denken. Kennen sie sie? Fürchten sie das Fremde, sind sie neugierig, offen, abschätzig oder neutral? Mit der Kamera bin ich auf Passanten zugegangen und habe sie danach gefragt. Was herausgekommen ist? Nichts. Entweder sie wollten keinen Mucks vor der Kamera sagen, winkten entnervt ab mit den Worten: "Mit so was kann ich nichts anfangen", oder sie ignorierten mich schlichtweg, als wollte ich sie für eine Sekte begeistern oder zu einer Unterschrift für eine politische Sache überreden oder weiss der Geier was. Ganz klar fehlte mir die nötige Durchsetzungskraft, um zu meinen gewünschten Statements zu gelangen. Da half nur eins: Lia De Luca, eine Kollegin von mir, Filmemacherin und Kamerafrau mit einem gesunden Selbstvertrauen. Ob sie diesen Part übernehmen wolle? Ja, das wollte sie! Tagelang ging sie auf die Pirsch, sprach Wildfremde auf Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen an und brachte eine wunderbare Ausbeute an lustigen, berührenden, erschreckenden und komischen Aussagen, die ein kleiner, aber feiner Teil dieses Films werden.