Dreharbeiten: Swiss Gothic Night und Giger-Museum

Ich hatte Dave als ruhigen, überlegten Mann kennen gelernt, der nicht viel spricht, und wenn, dann mit leiser Stimme. Ganz anders als sein Redetempo war sein Schrittempo: Bea und ich trafen ihn im Hauptbahnhof Zürich und wollten filmen, wie er quer durch die grosse Halle Richtung Rolltreppe ging. Doch kaum hatte Bea die Kamera auf ihn gerichtet, war er bereits aus dem Bild gerauscht. "Nochmals!", rief ich ihm hinterher. "Bitte etwas langsamer!" Worauf Dave antwortete, wenn er langsam ginge, sei das nicht authentisch. Musste ich gelten lassen. So unternahmen wir mehrere Versuche, bis Bea Daves Geschwindigkeit folgen konnte. Zusammen reisten wir nach Bern und nahmen bei strömendem Regen den Bus zum Schloss Köniz, wo die Swiss Gothic Night stattfand.
Im Januar dann konnten wir die Drehaufnahmen mit Dave im Giger-Museum in Gruyère machen. Erst kurz zuvor hatte ich die Drehbewilligung erhalten, dass wir H.R. Gigers Ausstellung filmen dürften, was mich sehr freute. Die Werke des weltbekannten Künstlers gehören einfach in diesen Film. Dass ich persönlich einige seiner Bilder grenzwertig finde, sagt nichts darüber aus, dass er eine wichtige Figur in der Schwarzen Szene darstellt. Im Museum angekommen, war ich so fasziniert, die Bilder zum ersten Mal in Natura zu sehen, dass die Aufnahmen viel länger dauerten, als ich geplant hatte. Wir folgten Dave, befragten ihn zu einzelnen Gemälden, staunten über Skulpturen, erkannten den oscargekrönten Alien, fühlten uns je nach Sujet angesprochen, abgeschreckt oder irritiert.