Letzte Dreharbeiten: Wave-Gotik-Treffen Leipzig

Nun sind sie vorbei, nach über 45 vollen Drehtagen: unsere letzten Dreharbeiten für den Film! Erneut eine gigantische Sache, das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig! Dieses Jahr bei 35 Grad im Schatten (und der war rar!), wobei zu erwähnen ist, dass die edlen Damen in ihren Korsetts um ein Mehrfaches mehr geschwitzt haben als Kamerafrau Bea und ich. Mit "unserem" Film-Liebespaar Carmilla Noctem und Dani sind wir mit dem Zug nach Leipzig gereist, haben zum Glück in einem sehr zentral gelegenen Hotel übernachtet, so dass einerseits das Agra-Gelände mit dem Tram erreichbar war, aber auch alle anderen Veranstaltungen, die wir besuchten. Was nicht fehlen durfte, war das Viktorianische Picknick im Clara-Zetkin-Park, für viele das Highlight des Festivals. Wir filmten Dani und Carmilla Noctem, die sich zuvor zwei Stunden lang gestylt hatten. Mit Picknickdecke und einem mit Met, Erdbeeren, Brot und Käse gefüllten Korb machen wir uns auf den Weg. Der Park war bereits recht bevölkert, als wir eintrafen. Und wie immer gab es Outfits in allen klassischen Arten und Formen zu bestaunen, von Reifröcken mit Hütchen, Schleiern und Spitzenschirmchen über Fracks mit Zylindern bis zum Steam Punk. Und wo viele schöne Menschen sind, sind viele Fotografen. Nebst den freundlichen, die nett fragten, ob sie ein Bild schiessen dürften, was meistens gewährt wurde, gab es leider auch die aufdringlichen, ja, penetranten, die die WGT-Besucher in erster Linie als Freiwild anschauten und jeden Anstand vermissen liessen. So hatten wir teilweise unsere liebe Mühe, gute Filmaufnahmen zu machen, bei denen uns nicht immer wieder Fotografen vor die Kamera liefen. Die nächsten Tage fanden Dreharbeiten im Hotel, bei einer Live-Party mit DJ Reaktor-4 im "NonTox" sowie auf dem Karl-Heine-Kanal statt. Die Bootsfahrt beim ältesten Leipziger Familienbetrieb Herold (seit 1888), die wir bei drückenden Temperaturen filmten, wurde begleitet vom äusserst auferksamen Kapitän Herold, der mit keiner Wimper zuckte, als er die gleiche Runde wegen eines Technikfehlers von mir nochmals machen musste. Meine Kamera hatte sich geweigert, in den Aufnahmemodus zu schalten, was ich glücklicherweise kurz darauf gemerkt hatte. So hiess es, Boot wenden, wieder um die Kurve tuckern, ich mit offener Kamera auf die Brücke rennen, zum zweiten Mal filmen, wie der Kapitän mit Dani und Carmilla Noctem unter mir hinduch fuhren - alles im Kasten! Wasser trinken, duschen, umziehen! Nach intensiven WGT-und Filmtagen auf dem Heimweg im Zug bereits die ersten Szenen geschnitten, und trotz massiver Verspätungen der Deutschen Bahn erschöpft und mit schweisstriefenden Kleidern in Zürich eingetroffen.
Juni, Juli und August 2014 ist der Film in der sogenannten Postproduktion: Viele Wochen Schnitt warten auf mich, um aus den Einzelszenen etwas Ganzes zu kreieren, das von Anfang an fesseln soll, einen roten Faden besitzt, Hintergrundinfos mit starken Bildern verbindet und der Musik den Raum im Film gibt, den sie auch in der Schwarzen Szene hat. Nach den Schneidearbeiten folgen das Color Grading von Christian Müller und die Tonabmischung von Mario Marchisella; mit beiden habe ich bereits bei meinen vorherigen Filmen zusammengearbeitet. Sobald "Gothic"  visuell und akustisch den letzten Schliff bekommen hat, wird eine DVD-Produktion in Auftrag gegeben. Werbung, Flyers und Plakate werden gedruckt, Kinoaufführungen organisiert und Filmfestivals angeschrieben. Bevor der Film jedoch durchs Land zieht, die Vorpremiere: Sonntag, 31. August, Kino Le Paris, Zürich!